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In der Glasbläserei Rossetto auf Murano

JG_OMD_20130325_12727Letzte Woche in Venedig war das Wetter auch nicht besser als sonst irgendwo in Mitteleuropa – Temperaturen um den Gefrierpunkt und Schneeregen. Was konnte uns da besseres passieren als ein Besuch bei einem Glasbläser in Murano, da ist es sicher trocken und warm!

Die Anreise nach Murano erfolgt per Boot. Unser Hotel charterte ein Wassertaxi, das uns in wenigen Minuten zur Insel brachte. Wie es sich für einen anständigen Glasbläser gehört, liegt auch die Manufaktur Rossetto in der Lagune und hat einen eigenen Landungssteg. Von da aus waren es nur wenige Schritte (es regnete gerade mal nicht, aber der Wind in der Lagune war schon unangenehm) bis in die Werkstatt des Meisters.

Eine Einführung in die Glasbläserei für uns Touristen ist natürlich unvermeidlich. Man lernt, woraus Glas besteht (Details spare ich mir jetzt, das könnt ihr auf wikipedia viel besser nachlesen), dass es im heißen Ofen geschmolzen werden muß (deswegen ist ein feuerfester Handschuh auch ein notwendiges Arbeitswerkzeug für den Glasbläser) und das die Arbeit am Ofen sauanstrengend ist.

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Die Werkstatt selbst – an der einen Wand wurde ein Podium für die Besucher errichtet, macht auf den ersten Blick  nicht den Eindruck, dass hier hochwertige Glasprodukte produziert werden, aber alles hat seinen Platz und der Ablauf ist wohl organisiert (der Glasbläsergeselle bereitet gerade ein Glasstück vor, das später an das eigentliche Werkstück als Halterung geklebt wird).

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Die Öfen – elektrisch auf weit über 1000 Grad beheizt – brennen Tag und Nacht. Die heiße Glut erwärmt auch die Werkshalle spürbar. Was jetzt bei Außentemperaturen um den Gefrierpunkt angenehm warm ist, wird im Sommer sicher eine mörderische Hitze in der Halle erzeugen.

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Doch genug der Vorrede! Schließlich haben wir ja den entscheidenden Abschnitt einer Vasenfertigung beobachten können.

JG_OMD_20130325_12771Der Meister sucht sich noch ein paar glasmurmelartige Intarsien zusammen, die er später in den Glaskörper der Vase einschmelzen wird. Damit er die Glasfarbe besser beurteilen kann, ist sein Arbeitsplatz halogenbeleuchtet und durch Schirme von der grünlichen Beleuchtung der Werkshalle abgeschirmt.

Währenddessen bringt der Geselle das Werkstück im Ofen zum wiederholten Mal auf die richtige Temperatur, so dass die glühende Glasmasse genau die richtige Konsistenz zur Verarbeitung hat. Dabei wird das Halterohr natürlich ständig gedreht – wie der Löffel im Honig – sonst würde die Masse nach unten abtropfen und die ganze Arbeit umsonst.

Im Gegensatz zum Honig am Frühstückstisch findet das ganze natürlich bei über 1000 Grad im Ofen statt und der Glastropfen wiegt gut und gerne 4 bis 5 Kilogramm.

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Schließlich geht es weiter mit der Formung der Vase. Der Assistent sorgt für die Luft, während der Meister unter ständigem Drehen nach und nach die Form der Vase herausarbeitet.

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Währenddessen – der Vorgang wiederholt sich mehrere Male – werfen wir doch einen kleinen Blick auf die Arbeitswerkzeuge des Glasbläsers. Ofen und Blasrohr haben wir ja schon kennengelernt, eine Auswahl an groben Scheren, Zangen und Pinzetten sowie eine Unzahl von Lappen und Besen vervollständigen das Arsenal des Glasmeisters.

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In der Zwischenzeit hat sich die Form des Glastropfens doch deutlich gewandelt und ist zu einer bauchigen Vase mutiert, die anschießend im Kühlofen langsam erkalten muß, damit sich keine Spannungen im Glas aufbauen können und das Kunstwerk vor der Vollendung zerplatzt.

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Gerne hätte ich das fertige Produkt auch noch fotografiert. Aber leider war in der Verkaufsausstellung, die sich an die Werkstatt anschloss, Fotografierverbot. Die fertigen Produkte konnten für leicht vierstellige Eurobeträge natürlich auch erworben werden, aber einen Kaufzwang gab es nicht. Wir haben übrigens keine Vase gekauft …

(Aufnahmen mit der Olympus OM-D E-M5 unter Verwendung des DG Summilux 1.4/25mm und des M.Zuiko 1.8/45mm. Die Belichtungszeiten lagen so zwischen 1/60 und 1/90sek, die Blende zwischen 1.8 und 2.5. Das Auto ISO pendelte zwischen 500 und 1600 ISO)

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